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Lokale Kultur |
16.November 2004 |
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Drei Schwestern und kein Mord WEIL DER STADT - Gute Stimmung in der Festhalle in Hausen: Zum neunten Mal brachte das Hausener Schneckentheater eine Komödie auf die Bühne. Viele Eifersüchteleien und Gerangel um Männer, das verpackt in schwäbischen Sprachwitz, sorgten am Samstagabend für lustige Stunden. Von Eva-Maria Bolay Das Schneckentheater-Team hat in den vergangenen zwei Monaten feste geackert: Die Schauspieler probten das neue Stück "Die verschwundenen Untermieter'' und bauten ein ansprechendes Bühnenbild: Das Wohnzimmer eines abgelegenen Landsitzes, auf dem drei adelige, allein stehende Schwestern residieren. Afrikanische Holzmasken an den Wänden zeugen von Weltläufigkeit, die gekreuzten Degen vom ehrenhaften Stand der alten Tage. Hier, in diesem Zimmer, begegnen sich die drei Schwestern mit ihren Sticheleien. Sie drehen sich im Gespräch um die männlichen Untermieter, von denen bereits acht wieder ausgezogen sind. Wie in Komödien üblich, lebt auch diese von der Übertreibung: Jede der Schwestern ist mannstoll. Schließlich nistet sich ein Kommissar (Norbert Bartl) als Untermieter ein, der davon überzeugt ist, dass die verschwundenen Männer ermordet wurden. Als sich auch noch ein Schauspieler (Tobias Wutzler) einmietet, wird klar: Es liegt kein Mord vor. Die Frauen sind den Untermietern derartig nachgestiegen, dass diese fluchtartig das Haus verlassen haben. Diese Kriminalkomödie, die von Profis gespielt vermutlich schal wirken würde, bekommt in der Hausener Festhalle ein amüsantes Profil. Indem mehrere Personen Dialekt sprechen, wird daraus ein Volkstheaterstück, das insbesondere durch die schauspielerische Ausdruckskraft von Heidemarie Maier als Dienstmädchen Minna und Peter Wutzler als Butler Charles lebt. Heidemarie Maier spielt super dynamisch. Sie bringt sich mit einem schnoddrigen Mundwerk ein, spricht von den "Debber'' - gemeint sind Fingerabdrücke - auf dem Klavier und ruft zum Butler: "Charles, i schlag dir's Kreuz a!'' Dieser glänzt, wenn er den manierlichen Diener spielt und nebenbei auf Schwäbisch laut nachdenkt. Schließlich offenbart sich, was jeder ahnt: Charles, der den Damen als Medizin Bärendreck und Gebissreiniger verabreicht, ist nicht an Frauen interessiert. Er bedient den Clan "von und zu Schlauderhell'', bei dem Brigitte Müller die Schwester Florentine spielt. Karin Stierle schlüpft in die Rolle der beiden anderen Schwestern. Ihre Tochter (Alexandra Wutzler) ist das Gegenstück der pikierten Damen: ein unkompliziertes Fräulein im Punk-Look. Sie alle bilden eine Truppe, die durch ihre Lust und ihren Witz beim Spielen überzeugt. Das hilft den Zuschauern darüber hinweg, dass es anders als bei einem Krimi keinen Mörder gibt. Dabei wurde mit so netten Details, wie die Löcher, die der Butler im Garten ausheben muss, eine Dramaturgie eingeleitet, die auf Mord schließen lässt. Mord aber ist nicht lustig. Das Hausener Schneckentheater mit seiner hausgemachten Bearbeitung der Komödie dagegen sehr. Das Schneckentheater gibt am 20., 26. und 27. November jeweils um 20 Uhr weitere Vorstellungen. Information unter www.hausener-schneckentheater.de © 2004 Leonberger Kreiszeitung |
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